TEIL 4

Teil 4 Im vierten Teil des Projekts wirft Valérie Wagner ein neues Licht auf eine alte Verbindung: in Doppelportraits stehen sich Mensch und Vogel gegenüber.
Die portraitierten Menschen wählen einen Vogel, zu dem sie eine besondere Verbindung haben. Ihrem ausgewählten Vogel begegnen sie im Portrait als einem Gegenüber auf Augenhöhe.
Der Gesang des Vogels und persönliche Statements, in denen die Sorge über den Vogelschwund zur Sprache kommt, ergänzen die inszenierten Schwarzweiß-Portraits.
Die Vögel werden von Valérie Wagner in ornithologischen Sammlungen portraitiert. Mit der Kombination von tot (Vogel) und lebendig (Mensch) intendiert die Künstlerin eine Irritation, die das Ungleichgewicht der gegenwärtigen Situation spürbar macht.

In ihrem neuen Fotoprojekt Der leere Himmel nimmt Valérie Wagner ein hochaktuelles ökologisches Thema in den Fokus: den dramatischen Vogelschwund, der in den letzten 30 Jahren analog zum weltweiten Insektensterben verzeichnet wurde und das Aussterben zahlreicher Vogelarten markiert.

Im Oktober 2017 wurden neue Studien zum Vogelsterben in Europa veröffentlicht. Laut NABU hat die Zahl der Vögel in Europa in den letzten 30 Jahren um 420 Millionen abgenommen.
Die drastischen Zahlen und der sichtbare Rückgang der Vogelarten sind für Valérie Wagner Anlass, ein künstlerisches Projekt zu diesem Thema zu entwickeln und Bilder für den Verlust und seine Folgen zu finden. Es geht der Künstlerin nicht darum, die Ursachen für das Vogelsterben aufzuzeigen, sondern einen Blick in die Zukunft zu wagen, also die jetzigen Entwicklungen wortwörtlich zu Ende zu denken: Wie sieht eine Welt ohne Vögel aus? Was verlieren wir? Es sind Bilder des Übergangs: von der Fülle zur Leere, vom Reichtum zur Armut.

Das freie Projekt besteht aus vier eigenständigen Serien, die jeweils einen anderen Aspekt des Themas beleuchten.

Mit Der leere Himmel setzt die Künstlerin ihr zentrales künstlerisches Thema fort – die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt -, das sie neben anderen Projekten 2008 zu der Fotoserie ZEICHEN inspirierte. Für dieses Projekt wurde Valérie Wagner im selben Jahr mit dem Kunstpreis Ökologie ausgezeichnet.